29. April 2015

WhatsApp

WhatsApp ist ein Kommunikationsdienst, der ganz einfach auf Smartphones installiert werden kann. Dabei musst du dich mit deiner Handynummer registrieren und kannst dann mit deinen Freunden und anderen Menschen chatten und Bilder/Videos austauschen. Du brauchst dafür nur ihre Handynummer. Besonders toll ist, dass du dafür lediglich einen Internetzugang benötigst und für die einzelnen Nachrichten nichts bezahlen musst. Neuerdings gibt es WhatsApp ach für den Browser, also nicht mehr nur für das Smarthone: WhatsApp Web.

Probleme und Schwierigkeiten Nützliche Tipps und Tricks Alternativen zu WhatsApp
Threema (als Alternative) Material & weitere Infos Links zu spannenden Artikeln

 

Probleme und Schwierigkeiten

• Alles wird gespeichert! Alle Telefonnummern aus deinem Handy, Nachrichten, Sprachaufzeichnungen, Fotos und Videos werden von WhatsApp gespeichert. Wenn du WhatsApp oft und viel nutzt, dann kann das Unternehmen anhand dieser Daten genau analysieren, wie alt du bist, was deine Interessen sind, wo du überall gewesen bist, wer deine Freunde sind… vielleicht kennen die dich sogar schon besser als du selbst. Gruselig oder?

• App-Berechtigungen: Die meisten Apps möchten bestimmte Berechtigungen von dir haben, wenn du sie installierst, z.B. die Erlaubnis auf deine Kamera zuzugreifen oder deinen genauen Standort zu ermitteln. Die meisten Berechtigungen, die du bei der Installation erteilst, sind problemlos. WhatsApp muss z.B. auf die Kamera zugreifen können, damit du Fotos machen kannst und deinen Standort ermitteln können, wenn du die Funktion „Standort senden“ nutzen möchtest. Aber WhatsApp möchte noch viel mehr, z.B. Informationen darüber, welche anderen Apps du nebenbei auf deinem Smartphone nutzt… Weitere Informationen über App-Berechtigungen findest du hier.

• Hacker-Angriffe: Mittlerweile werden die Nachrichten zwischen den Geräten verschlüsselt übermittelt (das nennt sich Ende-zu-Ende-Verschlüsselung). Die Nachricht, die du losschickst, wird automatisch mit einem Code versehen und der Code wird erst wieder auf dem Gerät des Empfängers entschlüsselt. Es ist jedoch nie ganz ausgeschlossen, dass Hacker, also unbefugte Personen/Eindringlinge, die Nachrichten auf dem Übertragungsweg abfangen und es trotzdem schaffen die Nachrichten zu lesen. Grundsätzlich ist es wichtig WhatsApp nur in geschützten WLAN-Netzwerken zu nutzen.

• Telefonieren: Neuerdings gibt es bei WhatsApp auch eine Telefonier-Funktion, aber auch dafür benötigst du eine Internetverbindung. Diese Telefonate verbrauchen aber, genauso wie das Anschauen von Videos und Filmen im Internet, sehr viel Internet-Datenvolumen. Meistens ist das Internet-Datenvolumen auf dem Smartphone aber begrenzt (z.B. 300 MB oder 500 MB). Wenn dieses Volumen aufgebraucht ist, kannst du zwar immernoch im Internet surfen, aber die Seiten laden viel langsamer. Informiere dich am besten vorher wie viel Datenvolumen in deinem Mobilfunkvertrag festegesetzt ist.

• Gruppen: Bei WhatsApp kannst du Gruppen bilden, in denen du mit ausgewählten Personen schreiben kannst. Das ist natürlich cool, um wichtige Termine abzusprechen, sich mit mehreren Leuten gleichzeitig zu verabreden oder einfach mit der Clique in Kontakt zu bleiben. In diesen Gruppen sind aber leider alle Handynummern der Gruppenmitglieder sichtbar. Wenn du also in eine Gruppe eingeladen wirst, in der du nur wenige oder sogar gar keine Personen kennst, können alle diese Menschen deine Handynummer speichern. Außerdem kannst du nicht selber entscheiden, ob du einer Gruppe beitreten möchtest oder nicht, denn wenn dich jemand in eine Gruppe einlädt, bist du automatisch erstmal drin. Natürlich kannst du sofort wieder ausrteten, aber dann haben trotzdem alle schon deine Handynummer gesehen und auch die Information bekommen, dass du wieder ausgetreten bist.

Kettenbriefe: Bei WhatsApp werden öfters Kettenbriefe herumgeschickt, die dazu auffordern etwas bestimmtes zu tun, z.B. „Schicke diese Nachricht an alle deine WhatsApp-Kontakte, sonst wird dein Account gesperrt“. Das ist natürlich Quatsch! Auch auf Nachrichten wie „Schicke die Nachricht an 5 gute Freunde, dann wird dir etwas tolles passieren“ solltest du nicht eingehen. Wenn WhatsApp dir etwas Wichtiges mitteilen will, dann passiert das auf anderem Wege.

Cybermobbing: Die Gruppen-Funktion bei WhatsApp bietet leider auch eine Möglichkeit Leute auszuschließen. Es kann sein, dass Menschen sich in Gruppen zusammentun, um über andere zu lästern, peinliche Fotos zu verbreiten und sich über andere lustig zu machen. Diese Art von Mobbing bei WhatsApp oder in anderen sozialen Netzwerken nennt sich Cybermobbing. Hier erfährst du, wie du dich schützen und dagegen wehren kannst.

Nach oben

Whats App – So geht’s!

• Sicherheitseinstellungen: Damit so wenig Menschen wie möglich von deinen privaten Daten Gebrauch machen können, musst du die Sicherheitseinstellungen in der App unbedingt so einstellen, dass nur du selbst (oder höchstens deine Kontakte) dein Profilfoto und deinen Status lesen können. Auch wann du das letzte mal online warst („Zuletzt online um…„) braucht niemand zu wissen. Es reicht völlig, wenn du als Sender einer Nachricht eingestellt hast, dass dir eine Lesebstätigung angezeigt wird: Ein grauer Haken √ bedeutet, dass deine Nachricht noch nicht zugestellt wurde, zwei graue Haken √√ bedeuten, dass die Nachricht zugestellt wurde und wenn die grauen Haken blau werden √√, dann wurde die Nachricht gelesen. Manchmal gibt es jedoch technische Schwierigkeiten, sodass nicht immer 100% Verlass auf die Häkchen sein kann.

WhatsApp_Sichtbarkeit

• Kontakte blockieren
Android: „Einstellungen“ > „Kontakte“ > „Blockierte Kontakte“ > mit dem +-Symbol obren rechts kannst du Personen blockieren, sodass sie dir nicht mehr schreiben können.
iOS X: „Einstellungen“ > „Account“ > „Datenschutz“ > „Blockiert“ > Über den Button „Kontakt hinzufügen“ kannst du Personen blockieren, sodass sie dir nicht mehr schreiben können.

Beachte: einem blockierten Kontakt kannst du keine Nachrichten mehr schicken. Dass du selbst von jemanden blockiert wirst, kannst du zum einen daran erkennen, dass sich der Online-Status nicht mehr verändert (sollte dieser aktiviert sein) und deine gesendeten Nachrichten haben dauerhaft nur einen grauen Haken (Nachricht wurde lediglich an den Server gesendet)

• Nachrichten durchsuchen
Android: entsprechenden Chat öffnen > Menü öffnen > „Suchen“ > Begriff eingeben und Chat durchsuchen
iOS X: Chatübersicht öffnen (alle Chats werden angezeigt) > nach oben scrollen > über „Broadcast Listen“ und „Neue Gruppe“ wird das Suchfeld angezeigt > Begriff eingeben > alle Chats werden nach dem Begriff durchsucht

• Shortcuts von Kontakten (Kontakte, mit denen du oft schreibst, auf dem Homescreen)
Android: entsprechenden Chat öffnen > Menü öffnen > „Mehr“ > „Verknüpfung hinzufügen“
iOS X: Um Shortcuts von WhatsApp erstellen zu können, musst du die kostenlose App „WhatsApp Shortcut“ installieren

• Chatprotokoll per E-Mail schicken
Android: Android: entsprechendes Chatfenster öffnen > Menü öffnen > „Mehr“ > „Chat per E-Mail senden“
iOS X: entsprechenden Chat öffnen > oben auf den Namen des Chatpartners klicken > nach unten scrollen > „Chat per E-Mail“
Vor dem Zusenden des Chats musst du auswählen, ob versendete Medien (Fotos, Videos) mit per Mail verschickt werden sollen („Medien anhängen“) oder nicht („Ohne Medien“)

• Account endgültig löschen
Achtung! Das Löschen der App allein reicht nicht aus! Du erscheinst dann noch immer in der Kontaktliste deiner Freunde. Wenn du WhatsApp nicht mehr nutzen möchtest, musst du deinen Account komplett löschen.
Android & iOS X: „Einstellungen“ > „Account“ > „Meinen Account löschen“ > registrierte Handynummer eingeben > Löschen bestätigen

Nach oben

Alternativen zu WhatsApp

Die Stiftung Warentest hat insgesamt 18 Messenger-Apps, also Apps zur Kommunikation, getestet, die bis auf zwei, alle kostenlos heruntergeladen werden können. Dabei wurde WhatsApp, als bekannteste und beliebteste App, lediglich mit „befriedigend“ bewertet. Der Grund dafür ist, dass WhatsApp durch seine App-Berechtigungen viele unnötigen Eingriffe in die Privatsphäre der Nutzer vornimmt.
Das beste Ergebnis erlangte „Hoccer“, aber auch „Threema“ kam zu einem guten Ergebnis, da dort nicht einmal die Handynummer angegeben werden muss. Leider wird Threema jedoch noch nicht von der Mehrheit genutzt, deshalb bleiben viele Nutzer bei der unsicheren Variante, die alle Freunde und Bekannte nutzen. Es ist also sinnvoll mit den Freunden gemeinsam über einen Wechsel zu einem sicheren Messenger nachzudenken.

Zu den Ergebnissen von Stiftung Warentest

Quelle: Klicksafe.de, test.de

Nach oben

Threema – Eine kleine Starthilfe

  • Der Name „Threema“ entstand aus der Abkürzung EEMA (engl.: End-to-End Encrypting Messaging Application, übersetzt: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung). Damit ist gemeint, dass die verschickten Nachrichten verschlüsselt übermittelt werden. Wenn sie unterwegs abgefangen werden, können sie nicht ausgelesen werden. Sie werden erst wieder entschlüsselt, wenn sie bei dem Empfänger angekommen sind. Auch Threema selbst, also die MitarbeiterInnen, können die Nachrichten deshalb nicht lesen. Der Nachrichtendienst kommt aus der Schweiz.
  • Für Threema gibt es keine Altersgrenzen ab wann der Messenger genutzt werden darf.
  • Bei den meisten Messengern werden alle Daten auf Servern, also riesigen Computern, abgespeichert. Alle Fotos und Nachrichten, die verschickt wurden, bleiben also bei dem Anbieter. Bei Threema werden die Daten (z.B. Kontaktlisten und Gruppen-Chats) immer nur auf dem eigenen Gerät gespeichert und nicht auf Server umgeleitet. Threema behält Daten generell nur, um sie kurz zwischenzuspeichern und weiterzuleiten. Diese Speicherung beläuft sich auf 14 Tage nachdem die Daten dem Empfänger zugestellt wurden. Adressbuchdaten werden zwar dauerhaft gespeichert, dies kann jedoch in den Einstellungen bei „Synchronisation“ ausgeschaltet werden.
  • Neben den Funktionen, die schon von WhatsApp bekannt sind (z.B. Fotos/Videos schicken, Standort senden, Gruppenchats erstellen, etc.), kann bei Threema auch anonym gechattet werden. Außerdem können in Gruppenchats Umfragen erstellt werden.
  • Wer sich bei Threema anmeldet, braucht seine Handynummer nicht anzugeben, denn jeder Nutzer bekommt einen Code aus Zahlen und Buchstaben  zugeordnet, die sogenannte „Threema-ID“ und braucht sein Profil somit nicht mit seiner Handynummer in Verbindung zu bringen. Man sollte in den Einstellungen ein Back-Up der ID erstellen/erlauben, denn wenn die ID verloren gehen sollte (z.B. durch ein neues Handy), gehen auch gespeicherte Daten verloren.
  • Threema funktioniert auf Smartphones mit einem Android-, iOS- oder Windows-Betriebssystem. Bei Blackberrys und Amazon Fire kann Threema zwar auch genutzt werden, aber nicht mit allen Funktionen. Außerdem funktioniert der Messenger bei Android- und iOS-Tablets, als auch bei kindle. Wer bei seiner SmartWatch oder im Auto das Android-Betriebssystem nutzt, kann auch dort Threema nutzen. Eigentlich kann Threema nur auf einem Gerät genutzt werden, da ja immer nur eine ID pro Nutzer vergeben wird, aber es gibt auch Möglichkeiten Threema auf mehreren Geräten zu installieren.
  • Jeder Nutzer bekommt einen persönlichen QR-Code zugewiesen. Wenn man sich nicht sicher ist, ob es sich bei dem Kontakt um Betrug oder Fake handelt, kann der entsprechende QR-Code eingescannt werden und überprüft werden, ob es sich wirklich um die angegebene Person handelt.
  • Die Chatverläufe können exportiert, also auf andere Geräte übertragen werden. Dies ist z.B. sinnvoll, wenn man einen Chatverlauf auf den Computer bekommen möchte, um ihn auszudrucken.
  • Threema verwendet verschiedene Zeichen, die anzeigen, ob die Nachricht versendet, zugestellt oder bereits gelesen worden ist.

Genaue Anleitungen zu den Möglichkeiten und Antworten auf häufig gestellte Fragen bei Threema gibt es hier.

Quelle: Threema.ch

Nach oben

Material & weitere Infos

➝ Leitfaden: Sicher unterwegs in WhatsApp von Saferinternet.at | 2015
➝ WhatsApp. von Klicksafe
➝ Wissen, wie’s geht! WhatsApp von Internet-ABC.de
→ WhatsApp-Kontakt zwischen Lehrern und Schülern von Medienscouts | LfM

Nach oben

→ FAQs zur WhatsApp-Verschlüsselung von Jürgen Schmidt | heise online | 11.04.2016
→ WhatsApp-Login: Bei WhatsApp am PC online anmelden von S. Baykara | giga.de | 06.04.2016
→ AGB-Deutsch: WhatsApp ist erst ab 16 von Judith Horchert | Spiegel Online

 

Nach oben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.