28. April 2015

Cybermobbing

Auf dieser Seite erfährst du
> was Cybermobbing ist,
> welche Folgen es für die Betroffenen hat,
> welche Konsequenzen Cybermobbing für die Täter hat,
> wie du dich vor Mobbing schützen kannst
> wo du Hilfe bekommst.
Außerdem findest du weiteres Material und Links, um das Thema zu vertiefen.

Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing bezeichnet die Schikane und Ausgrenzung von Personen über technische Geräte, wie z.B. Smartphones, und über das Internet, z.B. in sozialen Netzwerken. Die Angriffe finden via E-Mail oder SMS, durch lästige Anrufe, in Chats, Diskussionsforen, Blogs und auf Foto-/Videoplattformen statt. Cybermobbing hat verschiedene Erscheinungsformen: Beleidigung/Beschimpfung, (sexuelle) Belästigung, sozialer Ausschluss, Cyberstalking und das Verschicken von inszenierten Gewaltvideos (Happy Slapping) (vgl. Sitzer/Marth/Kocik/Müller 2012, S. 12). Es beinhaltet zunächst alle Aspekte von „herkömmlichem“ Mobbing, wie z.B. eine bewusste, systematische Vorgehensweise, ein Machtungleichgewicht zwischen Mobbern und Gemobbten, häufig großen Personengruppen auf der ausführenden Seite und die Unterscheidung zwischen Täter-, Opfer-, Mitläufer- und Zuschauerrolle. An einigen prägnanten Stellen geht Cybermobbing allerdings darüber hinaus, weshalb es grundsätzlich als intensivere Mobbingform angesehen werden muss.

Ausgrenzung
Soziale Netzwerke, wie z.B. Facebook, oder Instant Messenger, wie z.B. WhatsApp, bieten die Möglichkeit, schnell und einfach diversen Gruppen gleichzeitig beizutreten. In derartigen technisch herbeigeführten Gruppierungen können sich die GruppenteilnehmerInnen ohne direkten, persönlichen Kontakt, was die Kommunikation zwischen den Gruppenteilnehmern erheblich vereinfacht, austauschen und miteinander diskutieren. Wer aus solchen Gruppen ausgeschlossen wird, verpasst somit einen großen Teil der sozialen Kommunikation, welche nicht nur in den sozialen Netzwerken bleibt, sondern auch in das „reale“ Leben übertragen wird und für Anschlusskommunikation, z.B. in der Schule oder am Arbeitsplatz sorgt.

Schnelle Verbreitung von Fotos, Videos und Sprachnachrichten
Einen weiteren erheblichen Teil von Cybermobbing umfasst die schnelle Verbreitung von Fotos, Videos und Sprachnachrichten. Gerade bei jungen Mädchen ist die Identitätsfindung mit dem Drang der Selbstdarstellung verknüpft, was dazu führt, dass sie sich häufig selbst in verschiedenen Posen ablichten, die sie besonders sympathisch, cool, hübsch oder auf anderen Wegen vorteilhaft erscheinen lassen. Wenn die erste Liebe und der Kontakt zu Jungen hinzukommt, umfassen diese Fotos auch schnell erotische Posen oder gar Nacktbilder. Schnell können diese und andere Bilder in den Weiten des Internets in falsche Hände geraten, abgespeichert werden und zu einer großen Blamage werden oder gar zu Erpressung führen. Die Demütigung bestärkt sich darin, dass die Verbreitung dieser Bilder kaum gestoppt werden kann und niemand weiß, wer bereits in Besitz dieser Fotos ist.

Anonymes, großes Publikum
Die bereits angeklungene Anonymität des Publikums macht einen weiteren grundlegenden Charakterzug des Cybermobbings aus. Jeder kann sich hürdenlos hinter Pseudonymen verstecken oder gar eine Profilseite unter falschem Namen erstellen. Die gesamte Gruppe der Zuschauer und Mitwisser breitet sich zu einer Masse gesichtsloser Menschen aus. Durch die technische Distanz zu der gemobbten Person sind verletzende Worte schnell getippt und verschickt, ohne dass diese genügend reflektiert worden sind. Trittbrettfahrer finden sich schnell, denn beim „Mitmachen“ ist die Hemmschwelle sehr niedrig.

Es hört nicht auf
Besonders quälend für Betroffene von Cybermobbing ist die Tatsache, dass sie sich den Schikanen nicht entziehen können. Cybermobbing findet überall und rund um die Uhr statt. Während Mobbing auf dem Schulhof zumindest im geschützten Elternhaus ein Ende findet, sind das Smartphone, das Tablet oder der Laptop stets allgegenwärtig. Das Ausschalten der Geräte schützt zwar davor die Schikanen und Beleidigungen direkt mitzubekommen, nichts desto trotz laufen sie im Hintergrund weiter. Spätestens nach dem Einschalten der Geräte erscheinen alle verpassten Nachrichten auf einen Schlag und derartige Geräte nicht zu nutzen ist allein aufgrund des hohen Stellenwerts und Mehrwerts für Jugendliche keine Option (vgl. Klicksafe 2014, S. 4).

Material

➝ „Ratgeber Cybermobbing“ von klicksafe (2015)
➝ „Was tun bei Cybermobbing?“ von klicksafe (6. aktualisierte Auflage Oktober 2014)
➝ „Aktiv gegen Cyber-Mobbing“ von Saferinternet.at (4. Auflage 2014)

Links

Hilfe bei Cybermobbing
➝ cybermobbing-hilfe.de
➝ Internet-Beschwerdestelle
➝ juuuport – Die Selbstschutz-Plattform von Jugendlichen für Jugendliche
➝ Mobbing – Schluss damit!
➝ Nummer gegen Kummer
➝ Polizeiliche Kriminalprävention – Cybermobbing

Informationen über Cybermobbing
➝ Bündnis gegen Cybermobbing
➝ Internet-ABC
➝ kindernetz.de
➝ klicksafe.de
➝ saferinternet.at

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