Cybermobbing trifft vor allem Frauen

Foto: sueddeutsche.de / DPA

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In der vergangenen Woche ist auf sueddeutsche.de der Artikel „Cybermobbing trifft vor allem Frauen“ erschienen in dem die Autorin beschreibt, dass besonders Frauen im Internet mit Bedrohungen und Beleidigungen zu kämpfen haben.

Die Autorin beschreibt, dass besonders Frauen „dem verbalen Missbrauch auf Twitter oder Facebook überproportional ausgesetzt“ und von den Erlebnissen traumatisiert werden. In den letzten Jahren konnte ein weiterer „Trend“ beobachtet werden: „Männer stellten nach einer Trennung Nacktbilder ihrer Ex-Freundinnen ins Netz oder erpressten sie damit, verschmähte Bewunderer stalkten Frauen oder versuchten gezielt, ihren Ruf zu schädigen. Gruppen junger Männer attackierten junge Frauen sexuell und posteten Videos davon wie Trophäen.“ Die Verbreitung dieser Fotos und Videos geschieht rasend schnell. Bis die peinlichen und entblößenden Bilder gelöscht sind, vergehen Stunden, manchmal auch Tage. Bis dahin wurden die Bilder bereits 100-fach, vielleicht 1.000-fach gesehen, kopiert oder auf dem eigen Computer gespeichert.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Einen offiziellen Straftatbestand Cybermobbing gibt es bisher (noch) nicht. Es greifen jedoch viele andere Gesetze, wie zum Beispiel § 201a (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen) oder § 185 (Beleidigung), um die Opfer zu schützen und die Täter zu bestrafen. Doch so weit soll es erst gar nicht kommen: „Schwache müssen besser vor digitalem Missbrauch geschützt, die Aufklärung darüber sollte verbessert werden„. Weiter beschreibt die Autorin: „Wichtig ist aber auch, dass jeder Einzelne lernen muss, wie er sich in der digitalen Welt zu bewegen hat, und was für Konsequenzen Fehlverhalten haben kann; ganz ähnlich, wie man das für den Führerschein tut“.

Das Projekt „Mädchen und Medien(power)“ befasst sich genau mit diesen Themen und spricht mit den Mädchen und jungen Frauen darüber, was es bedeutet, ein Nacktfoto oder ein Unterwäsche-Foto von sich per WhatsApp, SnapChat und Co. zu verschicken und was im schlimmsten Fall passieren kann. Vor diesen peinlichen und erniedrigenden Situationen wollen wir die Mädchen schützen und ihnen Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, wie sie sich wehren und Betroffenen helfen können.

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